From the magazine forumpoenale 6/2017 | S. 424-429 The following page is 424

Haftprüfung von Amtes wegen – Rechtsstaatlicher Gewinn oder überflüssiger Formalismus?

I. Einleitung

Die Klagen aus den Reihen der Strafverfolgung reissen seit Inkrafttreten der StPO nicht ab: es müsse vermehrt Zeit für Formalitäten aufgewendet werden, darunter leide das Kerngeschäft der Ermittlungstätigkeit. Besonders in der Kritik stehen jene Vorschriften, die im Vergleich zu den jeweiligen kantonalen Strafprozessordnungen neu sind. Im Rückblick mag hier zuweilen auch eine gewisse Nostalgie und nachträgliche Idealisierung mitschwingen. Als mühsam empfunden wird etwa die Pflicht, Aufträge an die Polizei schriftlich zu erteilen (Art. 312 Abs. 1 StPO) oder mindestens alle drei Monate beim Zwangsmassnahmengericht eine Haftverlängerung zu beantragen (Art. 227 Abs. 1 StPO). Diese und ähnliche Regelungen werden gemeinhin damit begründet, dass die gestärkte Stellung der Staatsanwaltschaft durch vermehrte Selbst- und Fremdkontrolle ausgeglichen werden müsse. Gleichzeitig hat sich derselbe Gesetzgeber allerdings entschieden, zugunsten eines effizienteren Verfahrens…

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