From the magazine forumpoenale 6/2017 | S. 437-447 The following page is 437

BGE-Praxis II/2017

(BGE 143 IV 186 und 143 I 227 sowie eine Auswahl nicht amtlich publizierter Entscheide des Bundesgerichts bis und mit 18.9.2017)

I. Strafrecht

1. Allgemeiner Teil

Art. 30 StGB (Gültiger Strafantrag bei Anzeige eines Offizialdeliktes und Geltendmachung von Zivilforderungen): Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt ein gültiger Strafantrag vor, wenn die antragsberechtigte Person innert Frist bei der zuständigen Behörde ihren bedingungslosen Willen zur Strafverfolgung des Täters so erklärt, dass das Strafverfahren ohne weitere Willenserklärung weiterläuft.1 Weiss die antragsberechtigte Person zwar um das Vorliegen einer Straftat, vermag sie aber aufgrund fehlender Detailkenntnisse noch nicht einzuschätzen, ob es sich um ein Offizial- oder ein Antragsdelikt handelt, beginnt die Antragsfrist zu laufen, und die antragsberechtigte Person muss sicherheitshalber stets einen Strafantrag einreichen, will sie nicht nur ein Offizialdelikt, sondern auch ein damit allfällig einhergehendes Antragsdelikt verfolgt wissen.2 Treffen verschiedene Tatbestände zusammen, steht es der antragsberechtigten Person frei, falls…

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