From the magazine forumpoenale 1/2020 | S. 48-54 The following page is 48

Der Begriff des Erfolgs in Art. 8 StGB

I. Einleitung und Problemstellung

Die Frage, ob auf einen Sachverhalt schweizerisches Strafrecht anzuwenden ist, stellt sich insbesondere bei Fällen grenzüberschreitender Kriminalität, welche in der heutigen Zeit der Globalisierung vermehrt auftreten.1 In diesen Fällen haben die Strafbehörden und Gerichte zunächst festzustellen, ob die Tat im Inland oder im Ausland begangen wurde. Inlandstaten fallen uneingeschränkt unter die schweizerische Strafgewalt (Art. 3 Abs 1 StGB), Auslandstaten dagegen nur unter bestimmten Voraussetzungen (Art. 4–7 StGB). Von entscheidender Bedeutung ist deshalb Art 8 StGB, der bestimmt, wo eine Tat als begangen gilt. Danach gelten als Begehungsort der Ort, wo der Täter gehandelt hat,2 und der Ort, wo der Erfolg eingetreten ist oder – beim Versuch – nach der Vorstellung des Täters hätte eintreten sollen. Allerdings ist bis heute ungeklärt, was unter dem eingetretenen oder vorgestellten Erfolg zu verstehen ist.3 Dies muss angesichts der Tatsache…

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