From the magazine forumpoenale 2/2019 | S. 93-93 The following page is 93

Editorial

L’estradizione come strumento di guerra commerciale?

Che l’istituto dell’estradizione possa assumere connotati politici è noto perlomeno dall’epoca romana: basti ricordare la richiesta di estradizione inoltrata dai romani a Prusia I, re di Bitinia, dopo che presso di lui si era rifugiato il famoso generale cartaginese Annibale, il quale però, piuttosto che essere estradato ai suoi più accerrimi nemici, preferì suicidarsi. Del resto la riserva del reato politico è ancora oggi una delle riserve più importanti del diritto estradizionale, recentemente usata ad esempio per rintuzzare le richieste spagnole nei confronti di esponenti politici catalani. L’arresto di Meng Wanzhov a Vancouver, meglio conosciuta come Lady Huawei, con immediata reazione del governo cinese e relativo arresto di due cittadini canadesi, ha riportato l’attenzione su questa problematica, per certi versi con un drammatico salto di qualità legato all’enormità degli interessi commerciali e strategici in gioco. Non è ovviamente mia intenzione commentare i singoli episodi. Una cosa è comunque certa: l’uso politico o addirittura geostrategico dello strumento dell’estradizione danneggia in primis l’istituto stesso dell’estradizione. Uno strumento applicato quotidianamente e con successo dagli Stati nella lotta alla criminalità, che impedisce ai criminali di approfittare dell’esistenza di frontiere fra gli Stati per sfuggire ad un giusto processo, rispettivamente ad una giusta punizione. Pensare che possa essere uno strumento per continuare una guerra commerciale con altri mezzi è invece pericoloso, perché mina la credibilità stessa della collaborazione internazionale in ambito penale. Se le borse non ci mettono molto a risalire, dopo contraccolpi come quello susseguente all’arresto di Lady Huawei, lo stesso non si può dire dei danni inferti allo stato di diritto: è importante quindi che il tutto venga mantenuto nell’alveo naturale del diritto e delle procedure giudiziarie, lasciando tutto il resto fuori dalle aule di tribunale. Ben vengano in questo senso parole come quelle a suo tempo espresse dal consigliere federale Ignazio Cassis, dopo un incontro con l’omologo spagnolo Alfonso Dastis, a proposito dell’ipotesi sollevata nei media di uno scambio fra Hervé Falciani e separatisti catalani rifugiatisi in Svizzera: «Es gibt keinen Plan für einen geheimen Gefangenenaustausch» (Neue Zürcher Zeitung del 24 aprile 2018, pag. 15). Appunto, perché si tratta di diritto estradizionale e non di diritto di guerra.

Auslieferung als Instrument der Handelskriegsführung?

Dass Auslieferung politisch konnotiert sein kann, ist schon zumindest aus der Römerzeit bekannt. Man denke an das Auslieferungsersuchen der Römer an Prusias I., König von Bithynien, nachdem der berühmte punische General Hannibal bei ihm Zuflucht gefunden hatte, wobei Hannibal lieber Selbstmord beging, als an seine schlimmsten Feinde ausgeliefert zu werden. Die Einrede des politischen Delikts bleibt auch heute eine der wichtigsten Einschränkungen des Auslieferungsrechts, wie z.B. in jüngster Zeit im Zusammenhang mit den spanischen Ersuchen gegenüber katalanischen Politikern zu beobachten war. Eine Verschärfung der Problematik hat sich jetzt ergeben, nachdem Meng Wanzhov, auch bekannt als Lady Huawei, in Vancouver verhaftet wurde, mit sofortiger Reaktion der chinesischen Regierung und darauffolgenden Verhaftung von zwei kanadischen Staatsbürgern. Wenn man das enorme Ausmass kommerzieller und strategischer Interessen betrachtet, die auf dem Spiel stehen, stellt dies einen Qualitätssprung in der Geschichte des Auslieferungsrechts dar. Ich habe natürlich nicht die Absicht, zu den einzelnen Episoden Stellung zu nehmen. Eines ist jedoch klar: Ein allfällig politischer oder gar geostrategischer Einsatz des Instruments der Auslieferung schadet in erster Linie der Institution der Auslieferung selbst – eine Institution, die von den Staaten täglich und erfolgreich bei der Verbrechensbekämpfung eingesetzt wird und die verhindert, dass Verbrecher die Grenzen zwischen den Staaten ausnutzen, um einem fairen Verfahren oder einer gerechten Strafe zu entgehen. Es ist dagegen gefährlich anzunehmen, dass es ein Instrument sein könnte, um einen Handelskrieg mit anderen Mitteln fortzusetzen. Wenn die Börsen sich schnell von den Rückschlägen erholen können, die nach der Verhaftung von Lady Huawei erfolgten, kann das Gleiche nicht für die Schäden gesagt werden, die dem Rechtsstaat zugefügt werden: Deshalb ist es wichtig, dass ausschliesslich Gerichte, ausschliesslich in einem rechtsstaatlich einwandfreien Verfahren und ausschliesslich nach rechtlichen Kriterien entscheiden. In diesem Sinne hat Bundesrat Ignazio Cassis nach einem Treffen mit seinem spanischen Amtskollegen Alfonso Dastis gut getan, die in den Medien aufgeworfene Hypothese eines Austauschs zwischen Hervé Falciani und den in die Schweiz geflohenen katalanischen Separatisten folgendermassen zu dementieren: «Es gibt keinen Plan für einen geheimen Gefangenenaustausch» (Neue Zürcher Zeitung vom 24. April 2018, S. 15). Dies eben, weil es sich um Auslieferungsrecht und nicht um Kriegsrecht handelt.