From the magazine forumpoenale 2/2011 | S. 103-110 The following page is 103

Erste Erfahrungen mit der neuen StPO

Am Beispiel des Kantons Luzern

I. Einleitung

Vor dem Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung kannte der Kanton Luzern weder den Anspruch auf einen Anwalt der ersten Stunde noch bestand ein spezielles Haftgericht. Vielmehr war die zuständige Untersuchungsrichterin gleichzeitig Haftrichterin. Diese Praxis wurde vom Bundesgericht gerügt.1 Das Urteil führte zu einer leichten Modifikation des prozessualen Ablaufs: Neu führte den Fall eine andere Untersuchungsrichterin als diejenige, welche die Haft eröffnet hatte.2 Weitere Änderungen wurden der baldigen Einführung der vereinheitlichten Strafprozessordnung wegen nicht vorgenommen; der Kanton Luzern kannte insbesondere keine automatische gerichtliche Haftprüfung. Vielmehr musste der Verteidiger eine solche Haftprüfung mit Rekurs ans Obergericht verlangen. Eine mündliche Anhörung des Beschuldigten war vor Obergericht nicht vorgesehen.3 Ebenso bestanden grundsätzlich keine Maximalfristen für die Anordnung der Untersuchungshaft. Zeitliche Grenze war…

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