From the magazine forumpoenale Heft Nr. 6/2008 | S. 373-378 The following page is 373

Das «Interesse der Öffentlichkeit» gemäss Art. 53 lit. b StGB – Versuch einer Konkretisierung (Teil 2)

2. Zusammenhang zwischen dem Straftatbestand und dem öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung

a) Grundgedanke

Den einzelnen Straftatbeständen ist zu entnehmen, welche Rechtsgüter geschützt werden sollen. Es ist zu differenzieren zwischen Delikten gegen Interessen des Einzelnen und Delikten gegen Interessen der Allgemeinheit.

Bei nicht allzu schwer wiegenden Straftaten gegen Individualinteressen besteht oftmals kein wesentliches öffentliches Interesse an der Strafverfolgung, wenn die Schadensdeckung erfolgt ist und der Geschädigte sein Desinteresse erklärt.1 Anders liegt es bei Straftaten gegen Gemeininteressen (Art. 213 ff StGB, SVG, BetmG, AuG, USG etc.). Hier kann das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung grundsätzlich gleichgesetzt werden mit demjenigen Interesse, das durch den jeweiligen Tatbestand geschützt wird. Mit anderen Worten: Die durch einen Tatbestand geschützten öffentlichen Interessen sind beim Entscheid heranzuziehen, welche Anstrengungen vom Täter verlangt…

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