From the magazine forumpoenale Numéro 6/2011 | p. 361-366 The following page is 361

Der Trend des Bundesgerichtes zu härteren Strafen, insbesondere im Lichte von BGE 136 IV 55 zur verminderten Schuldfähigkeit

I. Ausgangslage

Im Jahre 2008 musste sich das Zürcher Geschworenengericht mit einem sehr tragischen Fall von Kindesmisshandlung mit tödlichem Ausgang befassen. Verursacher dieser Misshandlungen war der Vater des Kindes. Die Mutter war selbst nicht aktiv geworden, doch schritt sie nicht gegen die massiven Übergriffe des Vaters ein. Mit Urteil vom 18.2.2008 wurde die Mutter deshalb der vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB schuldig gesprochen. Hinsichtlich der Strafhöhe hielt das Sachgericht fest, dass aufgrund der objektiven Verschuldenskomponente eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren auszusprechen gewesen wäre, wobei dabei der fakultative Strafmilderungsgrund bei unechten Unterlassungsdelikten nach Art. 11 Abs. 4 StGB vorweg zu Gunsten der Verurteilten berücksichtigt wurde. Infolge der mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit sei eine hälftige Strafreduktion angebracht. Unter Berücksichtigung weiterer diverser strafmindernder Faktoren erweise sich das Verschulden angesichts der…

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