From the magazine forumpoenale Numéro 6/2014 | p. 351-356 The following page is 351

Richterliche Strafzumessung im Jugendstrafrecht1

I. Ausgangslage

Gemäss Art. 11 Abs. 1 des Jugendstrafgesetzes (JStG) hat die urteilende Behörde zusätzlich zu einer Schutzmassnahme oder als einzige Rechtsfolge eine Strafe zu verhängen, wenn der Jugendliche schuldhaft gehandelt hat. Der Spielraum bei der Strafzumessung ist bereits im Erwachsenenstrafrecht weit. Das Jugendstrafrecht bereitet diesbezüglich zusätzlich Schwierigkeiten, da das JStG eine breite Sanktionspalette vorsieht. Die zahlreich vorhandenen Sanktionsmöglichkeiten erlauben zwar eine individuelle Reaktion auf die begangene Straftat, doch sind Reibungspunkte zwischen Schuldausgleich und dem im Jugendstrafrecht vorherrschenden Erziehungsgedanken vorprogrammiert. Unklar ist sodann, ob bzw. in welchem Ausmass Freiheitsentzüge, welche vor der Urteilsfällung eingeleitet wurden, auf die Strafe anzurechnen sind.

II. Wahl der Strafe und Bestimmung der Höhe

1. Der Erziehungsgedanke bei der Strafzumessung

Das Bundesgericht hielt in einem älteren Entscheid fest, dass das…

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