From the magazine forumpoenale 6/2010 | p. 366-371 The following page is 366

Rechtsfolgen der Nichtbeanstandung von Verfahrensfehlern durch die Verteidigung

I. Die Verantwortlichkeit für die Gesetzesförmigkeit des Strafverfahrens

Der nunmehr in Art. 2 Abs. 2 StPO kodifizierte Grundsatz der Gesetzesförmigkeit des Strafverfahrens soll nicht nur eine willkürliche Verfahrensführung verhindern, sondern auch sicherstellen, dass für die Verfahrensbeteiligten verlässlich vorhersehbar ist, welche Ziele sie mit welchem Verhalten unter welchen Voraussetzungen erreichen können. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in diesem Zusammenhang – wohl auch in Anlehnung an die für das materielle Strafrecht grundlegende Prämisse nulla poena sine lege – die Maxime «nullum judicium sine lege» geprägt: «The Court reiterates that the principle that the rules of criminal procedure must be laid down by law is a general principle of law. It stands side by side with the requirement that the rules of substantive criminal law must likewise be established by law and is enshrined in the maxim ‹nullum judicium sine lege›. […] The Court…

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