From the magazine forumpoenale Numéro 2/2016 | p. 103-109 The following page is 103

Stärkung der Verteidigungsrechte durch die Schweizerische Strafprozessordnung? – Eine Analyse von Einvernahmeprotokollen1

I. Einleitung

Eines der Ziele, welches mit der 2011 in Kraft getretenen Schweizerischen Strafprozessordnung verfolgt wurde, war die Stärkung der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person. Diese Stärkung wurde in der Botschaft2 als eine der «wesentlichen Neuerungen» bezeichnet und sie sollte durch folgende Rechte verwirklicht werden: (1) das Recht belehrt zu werden bzw. die Belehrungspflicht der Strafbehörden, (2) das Recht auf den sog. «Anwalt der ersten Stunde» und auf Beizug der Verteidigung in jedem Verfahrensstadium sowie (3) das Recht zu schweigen.

Das Recht auf eine Verteidigerin bereits bei der ersten polizeilichen Einvernahme war im Vorfeld seiner Einführung umstritten: So wurde etwa befürchtet, dass mehr Verteidiger anwesend sein könnten. Es wurden Bedenken geäussert, dass Ermittlungen behindert und die Anzahl der Aussageverweigerungen ansteigen könnten.3 Auch vonseiten der Strafverteidigung wurde eine entsprechende Zunahme erwartet, diese aber als wichtiges…

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