From the magazine forumpoenale Numéro 5/2015 | p. 303-307 The following page is 303

BGE 140 IV 150: Der untaugliche Versuch und das Ei des Kolumbus

I. Einleitung

Anlass für den vorliegenden Aufsatz ist die öffentliche Urteilsberatung der strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 28.10.2014 (BGE 140 IV 150), welcher die beiden Autoren beiwohnten. Interessanterweise ging es in der Urteilsberatung nicht um die Frage, ob die Beschwerde gutzuheissen sei. Streitpunkt – und damit Gegenstand der Urteilsberatung – war vielmehr die Frage, wieweit die Beschwerde gutgeheissen werden sollte: Machte sich der Beschwerdeführer eines untauglichen Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB strafbar oder handelte es sich beim angeklagten Versicherungsbetrug um einen strafunwürdigen Versuch, analog zu Art. 22 Abs. 2 StGB?

So viel vorweg: Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass das Verhalten des Beschuldigten nicht strafbar sei.1 Das Ergebnis mag im vorliegenden Fall der Intuition entsprechen – ob es aber auch dogmatisch überzeugt, bleibt nachfolgend zu klären. Zunächst scheint es angezeigt, kurz auf die Prozessgeschichte einzugehen…

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