From the magazine forumpoenale Numéro 3/2020 | p. 202-208 The following page is 202

Strafprozessuale Aspekte bei aussergewöhnlichen Todesfällen

I. Einleitung

Aussergewöhnliche Todesfälle (agT)2 gehören zum Arbeitsalltag der Schweizer Strafverfolgungsbehörden. Schätzungsweise acht bis zehn Prozent der jährlich rund 65000 Todesfälle3 werden als agT gemeldet.4 Trotz ihrer Häufigkeit handhaben die Kantone diese Verfahren uneinheitlich. Das mag daran liegen, dass die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO) die agT-Verfahren5 lediglich in einem Artikel regelt. Ein weiterer Grund für die unterschiedliche Praxis dürfte sein, dass strafprozessuale Fragen zu agT kaum je Gegenstand von Gerichtsverfahren sind, weil sich im Zuge der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft häufig keine Hinweise auf ein Tötungsdelikt ergeben und keine Anklage erhoben wird. Die Anwendung des Bundesrechts wird daher kaum gerichtlich überprüft.

Dieser Aufsatz soll einen Überblick über die Rechtslage und die Praxis der Kantone bei agT-Verfahren bieten. In diesem Sinne wird zunächst der Verfahrensablauf bei Todesfällen im Allgemeinen (II.)…

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