From the magazine forumpoenale 4/2018 | p. 300-306 The following page is 300

Verwertbarkeit von Einvernahmen eines Zeugen oder einer Auskunftsperson bei einem Rollenwechsel

I. Fragestellung

Das Phänomen des rosaroten Elefanten, auf welches Gless1 im Zusammenhang mit den sog. Beweisverwertungsverboten hinweist, beschreibt die Problematik, welche dem vorliegenden Aufsatz zugrunde liegt, treffend: Fordert man eine Person auf, nicht an einen rosaroten Elefanten zu denken, so wird sie just dann grösste Mühe haben, diesen mental einfach auszublenden. Aus diesem Grunde sorgt Art. 141 Abs. 5 StPO dafür, dass Aufzeichnungen, welche in einem Strafverfahren vom Gericht nicht verwertet werden dürfen, gar nicht erst in dessen Hände geraten. Vor dem Hintergrund des gerade geschilderten Elefanten-Phänomens scheint diese Anordnung einzuleuchten. Sie beantwortet jedoch noch nicht die Frage, wann ein Beweis überhaupt «unverwertbar» ist. Diese Frage ist insbesondere bei einem Wechsel der verfahrensrechtlichen Rolle von einvernommenen Personen rechtlich heikel.2 Dies verdeutlichen die nachfolgenden Ausführungen, welche sich mit der Konstellation befassen, in welcher eine…

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