From the magazine forumpoenale 6/2018 | S. 500-509 The following page is 500

Nr. 39 Bundesgericht, I. öffentlich-rechtliche Abteilung, Urteil vom i.S. Eidgenössisches Finanzdepartement gegen Bank A. – 1B_433/2017

Art. 6, 9 und 14 GwG; Art. 171 Abs. 1 und 264 Abs. 1 lit. d StPO; Art. 321 StGB; Art. 50 VStrR: Verdacht der Geldwäscherei; Entsiegelung; Wahrung des Berufsgeheimnisses; Unterscheidung zwischen der primären und der akzessorischen Geschäftstätigkeit des Anwalts als Finanzintermediär.

Die sogenannte akzessorische anwaltliche Geschäftstätigkeit, welche insbesondere die Geschäftsführung bzw. Verwaltung einer Gesellschaft oder Vermögensverwaltung umfasst, ist vom Berufsgeheimnis nicht geschützt. Für die Abgrenzung entscheidend ist, ob bei den fraglichen Dienstleistungen die kaufmännisch-operativen oder die anwaltsspezifischen Elemente objektiv überwiegen. Bei Mandaten, bei denen sich anwaltsspezifische Dienstleistungen und akzessorische Geschäftstätigkeit überschneiden, ist nach Massgabe der konkreten Verhältnisse des Einzelfalls zu beurteilen, welche einzelnen Tatsachen oder Unterlagen unter das Anwaltsgeheimnis fallen. Der Anwalt kann sich bei Mischmandaten somit nicht pauschal und…

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