From the magazine forumpoenale 5/2017 | S. 337-343 The following page is 337

Art. 19 Abs. 1 BetmG: Zwischen Täterschaft und Gehilfenschaft

I. Die Tatbestandsstrukturen

1. Flächendeckende Verbote

Die Umschreibung der verbotenen Verhaltensweisen im Gesetz ist durch eine sehr detaillierte Regelung geprägt.1 Erfasst sind «sämtliche Formen einer Beteiligung am unbefugten Drogenverkehr, von der Produktion und der Verbreitung bis hin zum Erwerb».2 Gegenstand der Kriminalisierung bilden nicht nur die Weitergabe von Betäubungsmitteln unmittelbar an Konsumentinnen, sondern ebenso bereits das «Vorfeld von Überlassungshandlungen», weil nämlich «die Möglichkeit besteht, dass es zu einer Überlassung an einen Konsumenten kommen kann».3 Unter dem Einfluss internationaler Konventionen4 bemühte sich der Gesetzgeber akribisch genau, jeden unbefugten Kontakt mit Betäubungsmitteln unter Strafe zu stellen. Strafbar sind alle Formen einer Beteiligung am Drogenverkehr, d.h. sowohl die Verbreitung wie auch schon der Erwerb von Betäubungsmitteln. Als Ergebnis liegt nun eine flächendeckende Erfassung der Verbotsmaterie vor,5 die auf…

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