From the magazine forumpoenale 1/2012 | S. 51-55 The following page is 51

Auschluss eines Gerichtsberichterstatters – verhältnismässig?

I. Bundesgerichtsurteil 137 I 209 «Reporter»

1. Sachverhalt

Die Zürcher Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen A., der mit der Geschädigten B. zusammenlebte. A. und B., beide durch Jugenderlebnisse traumatisiert, hatten sich in einer therapeutischen Einrichtung kennengelernt; beide litten an erheblichen psychischen Problemen. Die Staatsanwaltschaft warf A. vor, im Verlauf eines Streits B. mehrmals gewürgt zu haben – zuletzt mit einem Kabel. Damit habe er sich der Gefährdung des Lebens schuldig gemacht (Art 129 StGB). Die Hauptverhandlung fand im Januar 2010 vor dem Bezirksgericht Zürich statt.

Zum Schutz der Persönlichkeit beider Prozessbeteiligter und des offenbar noch nicht erwachsenen Angeklagten hatte das Bezirksgericht die Öffentlichkeit ausgeschlossen, die akkreditierten Gerichtsberichterstatter hingegen zugelassen. Der Gerichtsvorsitzende wies die Gerichtsberichterstatter vor Beginn darauf hin, dass von den Verfahrensbeteiligen keine persönlichen Daten wie Name oder…

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