From the magazine forumpoenale 6/2018 | S. 487-491 The following page is 487

Nr. 36 Bundesgericht, Strafrechtliche Abteilung, Urteil vom i.S. A. gegen Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern und X. – 6B_981/2017

Art. 353 Abs. 2, 354 Abs. 1 und 2 und 382 Abs. 1 StPO: Strafbefehlsverfahren; Einsprachelegitimation; Geltendmachung von Zivilforderungen.

Nach Art. 354 Abs. 1 StPO sind zur Einsprache gegen einen Strafbefehl namentlich die beschuldigte Person und weitere Betroffene legitimiert. Die Privatklägerschaft ist als weitere Betroffene gemäss Art. 354 Abs. 1 lit. b. StPO zur Einsprache berechtigt, wenn sie an der Aufhebung oder Änderung des Strafbefehls ein rechtlich geschütztes Interesse im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO hat. Eine Einsprachelegitimation der Privatklägerschaft im Zusammenhang mit der Zivilforderung besteht dann, wenn von einer erfolgten Anerkennung der Zivilansprüche im Strafbefehl nicht Vormerk genommen worden ist. Liegt keine Anerkennung der Zivilforderung vor, ist diese auf den Zivilweg zu verweisen und die Privatklägerschaft nicht zur Einsprache legitimiert. Aus Art. 353 Abs. 2 StPO lässt sich keine Pflicht der Staatsanwaltschaft ableiten, die Privatklägerschaft vor dem…

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