From the magazine forumpoenale 5/2016 | S. 302-308 The following page is 302

Zur Abgrenzung der verdeckten Ermittlung von der verdeckten Fahndung unter besonderer Berücksichtigung des Internets – zugleich Besprechung des Urteils OGer SB 150205/O/U/eh vom 2. November 2015

I. Einleitung

Das Internet als virtueller Raum bietet eine einladende Plattform für Pädokriminelle, um sich auf die Suche nach potenziellen Opfern zu machen. Die physische Distanz zum Kommunikationspartner und die vermeintlichen Identitätsverschleierungsmöglichkeiten wie z. B. die Verwendung eines «Nicknamens» suggerieren eine gewisse Anonymität und Unangreifbarkeit. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch das Vertrauen auf eine (vermeintlich) jederzeitige Rückzugsmöglichkeit, sei es durch Abbruch der Chat-Kommunikation, durch Abmelden aus dem Chatforum oder schlicht durch Verlassen des Internets. Für Polizei und Strafverfolgungsbehörden ist es daher von grosser Wichtigkeit, in diesem dynamischen und virtuellen Umfeld präsent zu sein. Wie der zu besprechende Fall demonstriert, ist dies aber nicht nur technisch, sondern auch rechtlich ein schwieriges Unterfangen. Polizei und Staatsanwaltschaft stehen vor zwei grossen Herausforderungen, auf die in…

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