From the magazine forumpoenale 4/2016 | S. 237-242 The following page is 237

Eine folgenschwere Dummheit

Bemerkungen zum Urteil des Bundesgerichts vom , 6B_1040/2013

I. Aus einer Persönlichkeitsverletzung wird ein Gewaltdelikt

1. Ein Chat mit Folgen

Zwischen Y. und A. war es zu einvernehmlichem Oralverkehr gekommen. Etwa drei Monate später behaupteten X. und Y. gegenüber A. im Verlaufe eines Chats, davon Aufnahmen zu haben und drohten ihr, diese im Internet und im Bekanntenkreis von A. zu verbreiten, falls sie ihnen nicht noch am gleichen Abend für sexuelle Handlungen zur Verfügung stünde. Stunden nach dem Chat begab sich A. per Bahn zu X. und Y. Das Bundesgericht beurteilte den dann vollzogenen Beischlaf als Vergewaltigung und den Oralverkehr als sexuelle Nötigung und hob den vorinstanzlichen Freispruch auf.

2. Das unanständige Angebot als zivilrechtliches Delikt

Bevor ich die Schwächen der bundesgerichtlichen Begründung aufzeige, scheinen mir zwei Vorbemerkungen angebracht: Zum einen ist es unter dem Gesichtspunkt des persönlichen Vertrauensverhältnisses unanständig, ohne Einverständnis Aufnahmen einverständlicher sexueller Handlungen…

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