From the magazine forumpoenale Heft Nr. 6/2012 | S. 361-367 The following page is 361

Die Kompetenz zur Einvernahme im Vorverfahren

I. Einleitung

Die Frage, wem die Kompetenz zur Einvernahme zukommt, ist zwei Jahre nach Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung aus drei Gründen von wesentlicher Bedeutung. Erstens sind Einvernahmen für die Strafuntersuchung von zentraler Bedeutung (Kapitel II). Zweitens regelt die Strafprozessordnung diese Kompetenz sehr disparat und zudem unter Gewährung einer grossen Regelungsfreiheit zugunsten des Bundes und der Kantone (Kapitel III.1). Die bisherige Praxis der Kantone soll weitergeführt werden:1 Die Einvernahmekompetenz kommt demnach in grösserem oder kleinerem Umfang neben den Staatsanwälten auch leitenden und stellvertretenden Staatsanwältinnen, Assistenzstaatsanwälten, Untersuchungsbeamten, juristischen Sekretären, Sachbearbeiterinnen, Adjunkten, Polizistinnen oder Funktionären zu.2 Die Regelungen sind so vielfältig wie die Bezeichnungen. Dass dieser Föderalismus nach Einführung einer eidgenössischen Strafprozessordnung ausgerechnet in Bezug auf diese…

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