From the magazine forumpoenale 5/2018 | S. 412-417 The following page is 412

Waffengleichheit im Adhäsionsprozess? – Die Sicht des Beschuldigten1

I. Einleitung

In einem Strafprozess kommen sowohl der beschuldigten Person wie auch der Privatklägerschaft Subjektstellung zu. Bei der Ausgestaltung der strafprozessualen Regeln besteht eine Herausforderung darin, auch die Balance zwischen den Rechten und Pflichten dieser Parteien zu wahren. Werden einer Partei mehr Rechte gewährt, droht ein Ungleichgewicht, da dies oftmals mit der Beschränkung der Rechte der anderen Partei einhergeht. Diesen Effekt hat auch die zunehmende Stärkung der Stellung von mutmasslich Geschädigten im Strafprozess. Die an sich rechtspolitisch begrüssenswerte Entwicklung kann aber in verschiedener Hinsicht eine Einschränkung von Rechten der beschuldigten Person bewirken.2 Daraus ergeben sich Fragen für unterschiedlichste Aspekte des Strafprozesses,3 wie beispielsweise im Zusammenhang mit den Konfrontationsrechten4, mit der Art der Verfahrenserledigung5 oder eben mit der Ausgestaltung des Adhäsionsprozesses.

Der vorliegende Aufsatz fokussiert auf das…

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