From the magazine forumpoenale 1/2017 | S. 25-31 The following page is 25

Der Begriff der Lebensgefahr im Strafrecht

I. Die Lebensgefahr als strafrechtliches Tatbestandselement

Die Lebensgefahr oder die Gefährdung des Lebens bildet strafrechtlich gesehen ein Tatbestandselement, primär im Rahmen sogenannter konkreter Gefährdungsdelikte, die sich dadurch definieren, dass das geschützte Rechtsgut zwar nicht verletzt, jedoch in konkrete Gefahr gebracht wurde.1

Die Lebensgefahr findet sich als Tatbestandselement in zahlreichen Tatbeständen des schweizerischen Strafgesetzbuches. Die meisten erfordern nicht zwingend eine Lebensgefahr, sondern sie lassen als weitere Tatbestandsvariante auch die Gefahr für die Gesundheit genügen. So erfassen die gemeingefährlichen Verbrechen und Vergehen gemäss Art. 221 ff. StGB, die Gefährdung durch gentechnisch veränderte oder pathogene Organismen (Art. 230bis StGB) und die Verbrechen und Vergehen gegen den öffentlichen Verkehr gemäss Art. 237 StGB durch das Tatbestandselement der Gefährdung von Leib und Leben immer auch die Gesundheit.2

Die eigentliche…

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