From the magazine forumpoenale 5/2017 | S. 366-368 The following page is 366

, Der Affekt im schweizerischen Strafrecht, Die Berücksichtigung von heftigen Gemütsbewegungen im Allgemeinen und Besonderen Teil des schweizerischen StrafgesetzbuchesZürich 2017, Schulthess Verlag, 978-3-7255-7701-9, 369 Seiten, CHF 92.–

Die Behandlung von Affekttaten stellt seit jeher eine besondere Herausforderung (nicht nur) für das Strafrecht dar: Einerseits drohen sie (mangels Schuldfähigkeit oder gar mangels Vorsatz) durch die Maschen des Netzes strafrechtlicher Zurechnung zu fallen, andererseits erscheint ebendieses Ergebnis unter rechtspolitischen Gesichtspunkten, zumal bei affekttypisch schweren Straftaten, nur schwer akzeptabel. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die von Schwarzenegger betreute Dissertation von Gian Ege. Sie gliedert ihren Gegenstand in zwei Teile, die psychologischforensischen Grundlagen des Affekts (S. 9–81) und dessen Behandlung im schweizerischen Strafrecht (S. 83–355).

I. Zunächst unternimmt der Autor einen Streifzug durch das psychologische und das forensische Begriffsverständnis des Affekts und der Affekttat (1. Kap., S. 11–48). Kriterienkataloge mit unterschiedlichen Merkmalen fasst er, mit der herrschenden forensischen Auffassung, dahin zusammen, dass sie allesamt bestenfalls…

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