From the magazine forumpoenale Heft Nr. 4/2019 | S. 291-297 The following page is 291

Möglichkeiten und Grenzen der Forensischen Psychiatrie

I. Einleitung

In Zeiten, in denen einerseits ein forensischer Psychiater die Rechtsprechung zur lebenslangen Verwahrung durch eine Abkehr von diagnostischen Konventionen korrigieren möchte1 und andererseits die «Tyrannei des Wahrscheinlichen in der Justiz» befürchtet wird,2 ist es aus Sicht der Autoren angezeigt, Möglichkeiten und Grenzen der forensisch-psychiatrischen bzw. -psychologischen Arbeit im Kontext der Schuldfähigkeits- und kriminalprognostischen Begutachtung, aber auch der Therapie zu skizzieren. Dabei wird zunächst auf diagnostische Grundlagen, auf mögliche Zusammenhänge zwischen Diagnose und Delikt und auf die Verwendung statistischer Instrumente im Rahmen der integrativen Kriminalprognose eingegangen. Anschliessend geht es um die Effektivität therapeutischer Massnahmen und die zugehörige Methodik, insbesondere die Frage eines störungs- oder deliktorientierten Vorgehens.

II. Zur Wertigkeit diagnostischer Standards

Die Fokussierung der psychiatrischen Gutachter…

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