From the magazine forumpoenale 4/2017 | S. 234-240 The following page is 234

Beschlagnahme und Einziehung von in der Schweiz «gewaschenen» Vermögenswerten aus einer rein ausländischen Vortat1

I. Einleitung

Staatsanwaltschaften und Gerichte begegnen der Geldwäscherei in zwei grundlegend verschiedenen Ausprägungen; der Geldwäschereihandlung als allfällig noch zu beurteilenden Teil neben der untersuchten Haupttat und jenen Verfahren, die einzig wegen Verdachts der Geldwäscherei geführt werden. Bei Letzteren handelt es sich vorwiegend um internationale Sachverhalte, bei welchen die Vortat im Ausland begangen wurde. Primärer Fokus dieser Verfahren ist oft weniger die Bestrafung des Täters als vielmehr die Einziehung der «gewaschenen» Vermögenswerte. Zur besseren Veranschaulichung soll ein Beispiel aus der Strafverfolgung im Bereich der internationalen Korruption dienen:

In der Schweiz befindet sich ein Vermögenswert, beispielsweise ein Bankguthaben in der Höhe von USD 10 Mio. Es besteht der Verdacht, dass es sich bei diesem Betrag um Bestechungsgeld handelt, welches Amtsträger X des Staates A für die Erteilung eines staatlichen Auftrags an ein Unternehmen vom…

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