From the magazine forumpoenale Heft Nr. 2/2013 | S. 90-96 The following page is 90

Die verlorene Ehre der Medien!?1

I. Einleitung

Der Titel dieses Beitrags lehnt sich an die Erzählung von Heinrich Böll, die verlorene Ehre der Katharina Blum, aus dem Jahre 1974 an.2 Die Geschichte bietet eine breite Palette aktueller Fragen im Zusammenspiel von Medien und Strafverfahren.

Die Erzählung handelt kurz zusammengefasst von einer jungen, unbescholtenen und scheuen Frau, welche sich im Kölner Karneval mit Ludwig Götten locker befreundet, ohne dass sie nur ahnt, dass es sich dabei um einen von der Polizei gesuchten Kriminellen handelt. Dem Mann gelingt die Flucht vor dem polizeilichen Zugriff, Katharina Blum wird umgehend als Komplizin verdächtigt und vorgeführt. Sie wird Opfer einer menschenverachtenden Berichterstattung durch die Boulevardpresse, welche sie als eiskalte, berechnende Terroristenbraut darstellt. Katharina Blum erhält obszöne, hasserfüllte anonyme Briefe und Telefonate. Schwerst gekränkt und ohnmächtig tötet sie aus Wut und Verzweiflung den verantwortlichen Reporter der Boulevardzeitung.

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