From the magazine forumpoenale 1/2018 | S. 36-42 The following page is 36

Gemeingefährlichkeit von Straftätern

I. Einleitung

Vor der Revision des StGB im Jahre 2002 war der Begriff der Gemeingefährlichkeit dem Bundesrecht unbekannt. Auch dem kantonalen Recht war er fremd, bis sich im Jahre 1993 ein Tötungsdelikt ereignete: Ein zweifach wegen Mordes verurteilter Strafgefangener tötete während seines Freiganges eine junge Frau am Zollikerberg.1

Dieser Vorfall löste in der Öffentlichkeit starke Reaktionen aus, was u. a. zur Lancierung der Initiative «Lebenslange Verwahrung für nicht therapierbare, extrem gefährliche Sexual- und Gewaltstraftäter» (sog. Verwahrungsinitiative) und zur Einführung von Art. 123a BV und Art. 64 Abs. 1bis StGB führte.2 Sowohl die Gemeingefährlichkeit als auch der Gesellschaftsschutz erhielten seither eine höhere gesellschaftliche Aufmerksamkeit, was sich wiederum auf den Straf- und Massnahmenvollzug auswirkte.3 Doch unter welchen Umständen gilt eine Person als gemeingefährlich und wie wird dies beurteilt? Hat ein Gemeingefährlicher mit anderen…

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