From the magazine forumpoenale 1/2009 | S. 44-48 The following page is 44

Fahrlässige HIV-Übertragung nach Risikokontakten1

I. Sachverhalt

Ein Mann, der während Jahren mit verschiedenen Frauen sexuell verkehrt hatte, wurde von einer dieser Sexpartnerinnen nachträglich darüber informiert, dass sie Trägerin des HI-Virus sei. Trotz dieser Mitteilung verzichtete der Mann weiterhin bei seinen zahlreichen Gelegenheitsbeziehungen auf die Benutzung von Kondomen, weil er sich unter anderem wegen ausgebliebenen Infektionsindizien wie etwa Fieberschüben darauf verlassen hatte, selber nicht angesteckt worden zu sein. Zwei Jahre später hatte er ungeschützten Sex mit einer weiteren Frau, die er nicht über das Risiko informierte. Später wurde festgestellt, dass sie mit dem gleichen seltenen HI-Virus infiziert war wie der Betroffene.

II. Erwägungen des Bundesgerichts

Das Bundesgericht2 hat bei diesem Sachverhalt erstmals zum Fahrlässigkeitsvorwurf bei HIV-Übertragung nach Risikokontakten Stellung bezogen. Es hat das vollumfänglich freisprechende Urteil des Obergerichts Zürich aufgehoben und die Sache zu neuer…

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